1. *INDONESIA - BANDA ISLANDS* Geschichten über unsere neuen Nachbarn .....
| einer der Hauptgründe der Reise .... atemberaubende Unterwasserwelt! |
Es ist kaum zehn Tage her, seit Remo und ich von zu Hause aufgebrochen sind. Wir haben nicht nur unsere Eltern und Geschwister zurückgelassen, sondern auch unsere lieben Verwandten, Freunde, Franz Ferdinand und sogar 4Wheelcabin.
Seit Monaten hatten wir uns auf diese Reise vorbereitet. Der Start rückte unaufhaltsam näher – und am Ende haben es doch noch einige geschafft, überrascht zu sein … uns selbst eingeschlossen.
Der erste Abschnitt der Reise ist – zeitlich gesehen – im Vergleich zu dem, was noch kommt, eher das Vorspiel. Für Kinder, die eventuell mitlesen, nennen wir es lieber die Einleitung.
Remo hatte bereits vor Monaten in weiser Voraussicht des stetig wachsenden Stressfaktors Flüge nach Jakarta gebucht. Mit einem kurzen Zwischenstopp auf Ambon sind wir drei Tage später auf Banda Neira gelandet – auf den Molukken, mitten in der Banda-See.
Wer von euch jetzt schon den Atlas aufschlagen muss, dem helfe ich gerne weiter. Remo fordert mein geografisches Wissen nämlich immer wieder aufs Neue heraus. So schließe ich mich eurer Unwissenheit nur zu gern an – mit dem entscheidenden Vorteil, euch ein paar Monate voraus zu sein. Also spiele ich mal den Oberlehrer, der zu eurem Glück keine Noten vergibt.


Die Banda Sea, der zentrale Teil der Molukken, liegt nördlich von Australien – im Dreieck zwischen Sulawesi, Osttimor und Westpapua. Ein kleines Archipel in Indonesien, das in der Vergangenheit wilde Zeiten erlebt hat.
Seit dem 15. Jahrhundert trieben Portugiesen, Holländer und Engländer Handel mit Muskat – der fast ausschließlich hier wuchs. Die wechselnden Vorherrschaften waren von unzähligen Schlachten geprägt, bis die Engländer schließlich die kleine Insel Rhun gegen Manhattan eintauschten. Kein schlechter Tausch!
Banda Neira, die Hauptinsel der Banda Islands, erreichten wir nach ungefähr fünf Tagen. Jetzt solltet ihr nicht dem Irrglauben verfallen und denken, die Inseln lägen am Arsch der Welt. Klar, es gibt deutlich näher gelegene Ziele – aber gemessen an der Wegstrecke ist vor allem die geringe Anzahl der wöchentlichen Fährverbindungen oder die inzwischen eingestellte Flugverbindung schuld an der langen Anreise.
Auf dem Weg nach Banda Neira hatten wir auf der Insel Ambon Zeit, unseren ersten neuen Nachbarn kennenzulernen: Franz aus Deutschland. Hätte Franz selbst die Möglichkeit, sich vorzustellen, würde aus diesem ersten dreiseitigen Blogeintrag vermutlich ein 500-seitiger Band seiner Lebensgeschichte entstehen. Also fasse ich mich kurz und beschreibe ihn als liebenswerten, unterhaltsamen und stets positiv eingestellten Denker.
Wie sich bei der Fährüberfahrt nach Banda Neira Tage später zeigte, nutzte Franz wirklich jede Gelegenheit – und so kam auch Simone aus Zürich in denselben Genuss. Während der Überfahrt schaffte es Franz, sämtliche Erlebnisse seines Lebens in eine fünfstündige Erzählung zu komprimieren. Trotzdem – oder gerade deswegen – folgte ihm Simone anschließend in dasselbe Guesthouse auf Banda Neira.
Die ganze Situation auf der Fähre blieb nicht unbeobachtet, wie uns Andi, unser neuer Nachbar im Bintang Laut – Seestern Guesthouse, später erzählte. Simone und Franz ausgenommen, verfielen alle Passagiere kurz nach dem Ablegen der Fähre in den asiatischen Tiefschlaf. Andi hingegen verfolgte das Geschehen aus der zweiten Reihe – bestens unterhalten von den Gestik- und Mimikspielen zwischen Franz und Simone.
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| Gunung Api - der Feuerberg |
Der vermeintlich letzte neue Nachbar auf Banda Neira stellte sich bereits bei unserer Ankunft kurz vor, hielt sich den ganzen Tag jedoch ruhig im Hintergrund. Kaum mehr als hundert Meter von unserem Guesthouse entfernt, in direkter Seelage, hatte er wohl als Allererster auf der Insel gebaut. Trotz seines hohen Alters hatte er allerdings schlechte Manieren.
Am Abend – Remo versuchte sich bereits seit Stunden im Schlaf, ich hatte mich gerade hingelegt – schepperte plötzlich die Zimmertür. Zeitgleich klirrten die Fenster, das Bett wackelte … alles wackelte!
Das Gefühl kenne ich doch – das ist ein Erdbeben!
Aufgeschreckt wollte ich Remo schon aus seinem Dornröschenschlaf holen, da war auch schon wieder alles vorbei. Ich stürmte hinaus auf die Terrasse, um die Lage zu checken. Doch nur wenige Touristen hatten sich nach draußen bemüht. Als mich ein Einheimischer sah, rief er mir gelassen zu:
„Don’t worry, he is sleeping.“
Der Nachbar von nebenan war Gunung Api, der Feuerberg – ein aktiver Vulkan, der 1988 das letzte Mal Feuer spuckte … na dann: Gute Nacht!
Tags darauf, bei Nutmeg Coffee (Muskatnusskaffee) und Mango Juice, fassten wir fünf Buleh – die fünf Weißen: Franz, Simone, Andi, Remo und mich eingeschlossen – den Entschluss, am folgenden Morgen gemeinsam auf die Insel Banda Hatta überzusetzen.
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| Holzbungalow mit vielen Mücken .... |
Franz hatte uns ständig Geschichten über sein schlechtes Karma erzählt. Und so wie es scheint, hat er es auf Banda Hatta bei uns zurückgelassen, als er vor zwei Tagen – nach nur zwei Nächten mit Simone – wieder aufbrach.
Remos Erkältung wird trotz Antibiotika nur langsam besser, und auch meine Ohrenschmerzen sollten eigentlich längst Geschichte sein. Das Wetter setzt dem Ganzen noch eins drauf: Die letzten Tage waren einer Trauminsel absolut nicht würdig.
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| ..... aber mit einerm Traumstrand! |
Selbst bei der Morgentoilette ist Schnelligkeit angesagt. Jeder unfreiwillige Blutspender setzt sich der Gefahr aus, Malaria oder Denguefieber als Gegenleistung zu erhalten – da wirst du automatisch zum Schnellscheißer.
Auch Antibrum, das beste – und auch teuerste – Mückenspray aus der Schweiz, hilft nur bedingt, wenn bereits mehrere Layer Sonnencreme und Mückenspray auf einem kleben. Ist die falsche Schicht ganz oben drauf, kennen die Moskitos keine Gnade.
Just in dem Moment schaut Rifkin, der Sohn des
Homestaybesitzers, mit zwei Franzosen vorbei. Gisella & Hubert – für Nichtfranzosen
<< Schiesell & Übär
>>. Zwei erfahrene Taucher, die
die lokale Tauchschule auf der Insel beim Aufbau unterstützen. Nach kurzem
Erfahrungsaustausch und einer Rundschau nach einer neuen Bleibe, packen wir
unsere Sachen und verlassen unseren rustikalen, Mücken verseuchten `Hatta Bungalow`. Sufri, der
Besitzer, ist darüber nicht wirklich glücklich und will beim Bezahlen dann noch
den halben Tag bezahlt bekommen, was er dann auch leider auf unfreundliche,
rüpelhafte Weise uns zeigt. `Du Depp,
sauf ned so viel !` verstand er zwar nicht, aber er gab
sich dann auch mit
der Hälfte des Geforderten zufrieden.![]() |
| Sophian Guesthouse .... |
Andi wollte nicht alleine zurückbleiben, schnappte sich seinen Tigerbalm und folgte uns ohne lange zu überlegen. Wir waren glücklich darüber– sein trockener, ostdeutscher Humor ist unschlagbar!
Wie ich später in der neuen Unterkunft bemerkte, sprang beim Öffnen des Rucksacks eine fette Kakerlake heraus. Selbst die wollte offenbar nicht bei Sufri zurückbleiben – was ich dann doch ein wenig übertrieben fand.
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| Küche outdoor |
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| Küche indoor .... |
Nach einer friedlichen, fast mückenfreien Nacht stand heute der erste Tauchgang an. Schiesell & Übär, die beiden Franzosen, gaben uns ein wirklich ausführliches Briefing – und dann waren wir bereit für die Steilwand.
Die umliegenden Inseln der Banda Islands sind dafür bekannt, dass es direkt hinter der Riffkante hunderte Meter senkrecht nach unten geht. Also nix für Weicheier. Je nach Sicht verschwindet alles spätestens nach 40–50 Metern im Reich der Finsternis. Aber allein der Gedanke im Schädel, dass du an einer Wand schwebst – und 800 Meter unter dir einfach nichts ist … Crazy!


Natalia aus Spanien erzählt uns nach ihrer Ankunft, dass Gunung Api, der große Nachbar auf Banda Neira, für Touren gesperrt wurde. Im ersten Augenblick sind alle froh, auf Banda Hatta zu sein – eine Bootsstunde vom Feuerberg entfernt.
Doch was heißt das für unsere weitere Reise? Nach einer Woche Banda Hatta wollten wir eigentlich auch die anderen Inseln sehen: Banda Ai und Rhun. Willst du dort hin, musst du jedoch fast immer zuerst nach Banda Neira – also wieder in die Nähe des Feuerbergs. Und wegen fehlender Unterkünfte, wie auf Rhun, sogar dort übernachten.
Die Lösung ist manchmal so nah: Remo und ich verlängern einfach unseren Aufenthalt auf Banda Hatta.
Der Regen verlagert sich zunehmend in die Nachtstunden. Tagsüber ist das Meer spiegelglatt, das Wasser glasklar – und endlich können wir stundenlang dem Korallenriff entlang schnorcheln, tauchen oder einfach nur rumlümmeln …… 
..... 14.April.2017
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| Ostersonntag mit Red Snapper |
Alltag kehrt ein – na ja, nennen wir es lieber Tagesroutine, selbst auf einer Trauminsel …
Neue Backpacker kommen an und verschwinden nach ein paar Tagen schon wieder. Nur wenige bleiben länger als zwei Nächte. Uns soll es recht sein. So bildet sich eine kleine, vertraute Gruppe: Schiesell, Übär, Andi, Natalia, Remo und ich.
Gestern ist Daniel noch frisch dazu gestoßen, ein alter Bekannter von Schiesell & Übär, der – wie sie – in regelmäßigen Abständen länger auf Banda Hatta bleibt. Daniel ist Kärntner, auf den ersten Eindruck etwas eigen, braucht ein wenig Zeit zum Auftauen. Doch wie sich schnell zeigt: ein außergewöhnlicher Kerl.
Bei ausgedehnten Bootstouren sorgt er nahezu täglich für frischen Fisch … und heute sogar für einen riesigen Red Snapper. Morgen, am Ostersonntag, soll er im Bananenblatt zubereitet werden.
Wir sind gespannt.
In zwei Tagen geht es für uns weiter, doch die Banda Islands verlassen wir noch nicht ganz so schnell. Mit einem Zwischenstopp auf Banda Neira schauen wir uns danach für zwei bis drei Tage Banda Ai an, bevor wir erneut nach Banda Neira zurückkehren.
Von dort setzen wir mit der Fähre nach Ambon über, um tags darauf weiter nach Bali zu fliegen.
Nach mehr als zwei Wochen verlassen wir diese abgeschiedenen Inseln mit gemischten Gefühlen. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis der Mensch auch dieses Kleinod zerstört hat …









Hallo Mr.Rolli !!!
AntwortenLöschenIch verfolge euch dann mal !! Super Bilder (Ich bekomm Fernweh)und lustig zu lesen was ihr so erlebt !!Ich werde euch dann mal hier begleiten und bin schon gespannt was noch so kommt !!! Ganz a liabs Grüasle Helene
Danke Helene, wir freuen uns! Liebe Grüße an den arbeitenden Dieter & die Kids.
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