1. *INDONESIA - BANDA ISLANDS* Geschichten über unsere neuen Nachbarn .....

6.April 2017 …..

einer der Hauptgründe der Reise .... atemberaubende
Unterwasserwelt!
Es ist kaum 10 Tage her, seit dem Remo und ich von Zuhause gestartet sind. Wir haben nicht nur unsere Eltern und Geschwister zurückgelassen, liebe Verwandte, Freunde, Franz Ferdinand und 4Wheelcabin  haben wir seit Monaten darauf vorbereitet, dass der Start der Reise unaufschieblich näher rückt und schlussendlich haben es dann doch noch manche geschafft, überrascht zu sein ….. uns selbst eingeschlossen.

Der erste Abschnitt der Reise ist im Vergleich zum folgenden, zeitlich gesehen, das Vorspiel. Für Kinder die evtl. mitlesen nennen wir es mal lieber die Einleitung. Remo hatte bereits vor Monaten in weiser Voraussicht des beachtlich wachsenden Stressfaktor,  Flüge nach Jakarta gebucht. Mit einem kurzen Zwischenstopp auf Ambon sind wir 3 Tage später auf Banda Neira, den Molukken inmitten der Banda See, gelandet. Wer von euch jetzt schon den Atlas aufschlagen muss, dem helfe ich gerne weiter. Remo fordert auch mein geographisches Wissen immer wieder auf`s Neue heraus. So schließe ich mich eurer Unwissenheit gerne an, mit dem entscheidenden Vorteil, dass ich euch Monate voraus bin, spiele ich mal den Oberlehrer der zu eurem Glück keine Noten vergibt.


Die Banda Sea, der zentrale Teil der Molukken, liegt oberhalb von Australien. Im Dreieck zwischen Sulawesi, Osttimor und Westpapua.  Ein kleines Archipel in Indonesien das in der Vergangenheit wilde Zeiten erlebt hat. Seit dem 15.Jahrhundert hatten die Portugiesen, Holländer und Engländer, mit dem fast ausschließlich hier wachsendem Muskat,  Handel getrieben. Die Vorherrschaften  waren  durch unzählige Schlachten gezeichnet bis die Engländer schlussendlich die kleine Insel Rhun gegen Manhatten eingetauscht hatten, kein schlechter Tausch! 

Banda Neira,  die Hauptinsel der Banda Islands, erreichten wir nach so nach ungefähr 5 Tagen. Jetzt solltet ihr nicht im Irrglauben verfallen und denken die Inseln sind am Arsch der Welt. Klar gibt es deutlich näher gelegen Ziele, aber gemessen an der Wegstrecke ist vorrangig die geringe Anzahl der wöchentlichen Fährverbindungen, oder die eingestellte Flugverbindung, Schuld für  die lange Dauer der Anreise.

Auf dem Weg nach Banda Neira hatten  wir auf der Insel Ambon Zeit unseren ersten neuen Nachbarn kennenzulernen, Franz aus Deutschland. Hätte Franz jetzt selbst die Möglichkeit sich vorzustellen, würde aus dem ersten 3 seitigen Blogeintrag ein 500 Seitenband seiner Lebensgeschichte entstehen. So fasse ich mich kurz und beschreibe ihn mal als liebenswerten, unterhaltsamen, immer positiv eingestellten Denker.

Wie sich bei der Fährüberfahrt nach Banda Neira Tage später zeigte, nutzte Franz wirklich jede Gelegenheit und so kam Simone aus Zürich in den selben Genuss.  In der Zeit der Überfahrt schaffte es Franz, sämtliche Erlebnisse in eine 5 Stundenerzählung zu komprimieren. Trotzdem, oder gerade deswegen folgte ihm Simone in das gleiche Guesthouse auf Banda Neira.

Die ganze Situation auf der Fähre blieb nicht unbeobachtet, wie uns Andi, unser neuer Nachbar in der  Unterkunft `Bintang Laut – Seestern` Guesthouse,  erzählte.  Simone und Franz ausgenommen, verfielen alle Passagiere nach dem Ablegen  der Fähre in den asiatischen Tiefschlaf  und Andi amüsierte sich aus zweiter Reihe, an  Franz & Simone ihren Gestik und Mimikspielen.

Gunung Api - der Feuerberg
Der vermeintlich letzte neue Nachbar auf Banda Neira stellte sich bereits bei der Ankunft kurz vor, hielt sich aber den ganzen Tag  ruhig im Hintergrund. Kaum mehr als 100m von unserer Guesthouse entfernt, in direkter Seelage,  hatte er wohl als aller erster auf der Insel gebaut. Trotz seinem hohen Alter hatte er aber schlechte Manieren. Am Abend, Remo versuchte sich schon seit Stunden im Schlaf, ich hatte mich gerade hingelegt, das schepperte die Zimmertüre. Zeitgleich die Zimmerfenster, das Bett wackelte …. ALLES WACKELTE! `Das Gefühl kenne ich doch, das ist ein Erdbeben!` Aufgeschreckt, wollte ich Remo schon aus seinem Dornröschenschlaf holen, da war auch schon wieder alles vorbei. Ich, flux beim Zimmer raus auf die Terrasse um die Lage zu checken, aber nur wenige Touristen hatten sich nach draußen bemüht und als mich ein Einheimischer sah, rief er mir zu   `don`t worry, he is sleeping`   Der Nachbar von nebenan war  Gunung Api, der Feuerberg, ein aktiver Vulkan der 1988 das letzte mal Feuer spuckte ……. na dann Gute Nacht!

Tags darauf bei Nutmeg Coffe (Muskatnußkaffee) und Mango Juice hatten wir 5 Buleh, die 5 Weißen -   Franz, Simone, Andi, Remo und mich eingeschlossen, den Entschluss gefasst,  am folgenden Morgen gemeinsam auf die Insel Banda Hatta über zusetzten.

10.April 2017 ..... einige Tage später

Holzbungalow mit vielen Mücken ....
Franz hatte uns ständig Geschichten über sein schlechtes Karma erzählt und so wie es scheint, hat er es auf der Insel Hatta bei uns zurückgelassen, als er vor zwei Tagen bereits nach 2 Nächten mit Simone wieder aufbrach. Remo`s Erkältung wird trotz Antibiotika nur langsam besser und auch meine Ohrenschmerzen sollten schon längst Geschichte sein. Das Wetter setzt noch eins drauf, die letzten Tage waren einer Trauminsel absolut nicht würdig. Die Tristes wird durch die Anwesenheit von unzähligen Moskitos noch verstärkt.
..... aber mit einerm Traumstrand!
Selbst bei der Morgentoilette ist Schnelligkeit angesagt.  Jeder unfreiwillige Blutspender setzt sich der Gefahr aus, Malaria oder Denguefieber als Gegenleistung zu erhalten, da wirst du automatisch zum Schnellscheißer.  Auch Antibrum, das beste und auch teuerste Mückenspray aus der Schweiz, hilft nur bedingt, wenn schon mehrere Layer Sonnencreme und Mückenspray auf einem Kleben. Ist die falsche Schicht ganz oben drauf, kennen die Moskitos keine Gnade!

.... frische  Kelapa - Cocosnuss
Nach einer Nacht mit vermeintlich mehr Mücken unter unserem Moskitonetz als im Zimmer, sind wir tatsächlich am überlegen, die Trauminsel, ohne je hier je getaucht zu haben, wieder verlassen.

Just in dem Moment schaut Rifkin, der Sohn des Homestaybesitzers, mit zwei Franzosen vorbei. Gisella & Hubert – für Nichtfranzosen << Schiesell & Übär >>.  Zwei erfahrene Taucher, die die lokale Tauchschule auf der Insel beim Aufbau unterstützen. Nach kurzem Erfahrungsaustausch und einer Rundschau nach einer neuen Bleibe, packen wir unsere Sachen und verlassen unseren rustikalen, Mücken verseuchten `Hatta Bungalow`.     Sufri, der Besitzer, ist darüber nicht wirklich glücklich und will beim Bezahlen dann noch den halben Tag bezahlt bekommen, was er dann auch leider auf unfreundliche, rüpelhafte Weise uns zeigt. `Du Depp, sauf ned so viel !` verstand er zwar nicht, aber er gab
sich dann auch mit der Hälfte des Geforderten zufrieden.

Sophian Guesthouse ....

Andi wollte alleine nicht bleiben, schnappte seinen Tigerbalm und folgte uns ohne lange zu überlegen. Wir waren glücklich darüber, sein trockener, ostdeutscher Humor ist unschlagbar!  Wie ich später in der neuen Unterkunft bemerkte, sprang beim Öffnen des Rucksack eine fette Kakerlake raus. Selbst die wollte nicht bei Sufri zurückbleiben, was ich dann doch ein wenig übertrieben fand.


Küche outdoor
Küche indoor ....
Nach einer friedlichen, fast mückenfreien Nacht, stand heute der erste Tauchgang an. Schiesell & Übär, die beiden Franzosen, gaben uns ein wirklich langes Briefing und so waren wir bereit für die Steilwand. Die umliegenden Inseln sind bekannt dafür, dass es nach der Riffkante, hunderte Meter gerade runter geht, also nix für Weicheier! Je nach Sicht verschwindet alles spätestens nach 40-50 Metern im Reich der Finsternis, aber alleine der Gedanke im Schädel, dass du an einer Wand schwebst  und 800m unter dir nichts ist …..  Crazzy!

*** BREAKING NEWS ***** BREAKING NEWS ***** BREAKING NEWS ***** BREAKING NEWS *** 

Der Feuerberg, Gunung Api wurde gesperrt!!!!! Neue Nachrichten erreichen uns von Banda Neira. Wie in vergangener Zeit bringen Neuankömmlinge neue Nachrichten mit. Wie auch sonst, wenn es auf der Insel kein Internet und praktisch kein Handynetz gibt.  



Natalia aus Spanien erzählt uns nach ihrer Ankunft, dass Gunung Api, der große Nachbar  auf Banda Neira, für Touren gesperrt wurde. Im ersten Augenblick sind alle froh, auf Banda Hatta , eine Bootsstunde von Gunung Api, entfernt zu sein. Aber was heißt das für unsere weitere Reise? Nach einer Woche Banda Hatta, wollten wir die anderen Inseln Banda Ai und Rhun noch sehen. Willst du dort hin, musst du aber immer zuerst nach Banda Neira, in die Nähe des Feuerberges, oder sogar wegen fehlenden Unterkünften, wie auf Banda Rhun, dann auf Banda Neira neben dem Feuerberg übernachten.  Die Lösung  ist oftmals so nah …. Remo und ich verlängern einfach unseren Aufenthalt  auf Banda  Hatta!
Der Regen verlagert sich auch immer mehr in die Nachtstunden und tagsüber ist das Meer spiegelglatt, das Wasser glasklar und endlich können wir dem Korallenriff stundenlang entlangschnorcheln, oder tauchen, oder rumlümmeln ……








 ..... 14.April.2017
Ostersonntag mit Red Snapper
Alltag kehrt ein, naja nennen wir es mal Tagesroutine, selbst auf einer Trauminsel ……. neue Backpacker kommen an und gehen nach ein paar Tagen schon wieder. Wenige bleiben länger als 2 Nächte.  Uns soll es recht sein, so bildet sich eine kleine Gruppe mit Schiesell, Übär, Andi, Natalia, Remo und mir.  Gestern ist Daniel noch frisch dazu gestoßen, ein alter Bekannter von Schisell & Übär, der wie sie in regelmäßigen Abständen länger auf der Insel bleibt. Daniel ist Kärntner, etwas eigen auf den ersten Eindruck, der aber, wie sich später zeigt, etwas Zeit braucht um aufzutauen. Ein außergewöhnlicher Kerl, der  bei ausgedehnten Bootstouren, täglich für frischen Fisch sorgt ..….. heute sogar mit einem riesigen Red Snapper, den es morgen am Ostersonntag im Bananenblatt geben soll, wir sind gespannt.

In 2 Tagen wird es bei uns weitergehen, aber wir verlassen die `Muskatinseln` noch nicht so schnell. Mit einem Zwischenstopp auf Banda Neira schauen wir uns danach für 2-3 Tage auf Banda Ai um, bevor wir dann wieder nach Banda Neira zurückkehren und mit der Fähre nach Ambon übersetzten um Tags darauf nach Bali zu fliegen. Nach mehr als 2 Wochen verlassen wir dann die abgeschiedenen Inseln mit gemischten Gefühlen. Wie lange wird es wohl dauern, bis der Mensch auch dieses Kleinod zerstört hat .....  

Kommentare

  1. Hallo Mr.Rolli !!!
    Ich verfolge euch dann mal !! Super Bilder (Ich bekomm Fernweh)und lustig zu lesen was ihr so erlebt !!Ich werde euch dann mal hier begleiten und bin schon gespannt was noch so kommt !!! Ganz a liabs Grüasle Helene

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  2. Danke Helene, wir freuen uns! Liebe Grüße an den arbeitenden Dieter & die Kids.

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